Wie ist das Projekt angelaufen?

Das Projekt „Computeria LINDENHOF“ ist gut angelaufen und ein Bericht von Herrn Bleeck über die Erfahrung der ersten 100 Tage liegt vor. Vorwiegend aus der Umgebung des LINDENHOFS (Franke-Wohnungen sowie aus Oftringen selbst und den umliegenden Gemeinden) haben sich Interessenten gemeldet, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten rund um den Computer, das Tablet und das Handy erweitern möchten. Im Vordergrund stehen Anwenderprobleme der verschiedensten Art. Durchschnittlich sind es 10 Leute, die im 14-Tage-Rhythmus im Umgang mit den verschiedensten Applikationen instruiert werden. Diese Kurse erfolgen thematisch und strukturiert, zusätzlich gespickt mit vielen Trainingsmöglichkeiten. Die Teilnehmer bringen die eigenen Geräte mit, es stehen aber auch permanent zusätzlich 10 LapTops zur Verfügung. In den Zwischenwochen bietet der Kursleiter neu auch „unstrukturierte“ Trainingsmöglichkeiten im Foyer an, das heisst, Interessierte können dort mit ihren spezifischen Anwenderproblemen auf den Kursleiter zukommen und sich beraten lassen. Grundsätzlich erfreut sich das Angebot grosser Beliebtheit und die Teilnehmer sind sehr zufrieden mit dem Angebot sowie mit der Art der Vermittlung des anspruchsvollen Stoffs durch Herrn Bleeck.

Welches war die ursprüngliche Idee?

Leider sind es nur vereinzelte Personen (1-2) aus dem LINDENHOF (Pflegeheim incl. Betreutes Wohnen), die aktuell an diesen Kursen teilnehmen. Es war die ursprüngliche Idee, dieses Projekt gezielt für diesen Kreis ins Leben zu rufen, um geistig rüstigen Rentnern und Bewohnern des LINDENHOFS ein Angebot in dieser Richtung machen zu können. Der klassische Fall, wie nachstehend beschrieben, war sicher auch ein Auslöser dieser Idee:

Ein betagter Bewohner erhält von seinen Angehörigen zu Weihnachten ein Tablet oder ein Handy geschenkt. Er oder sie wird vom Sohn oder der Tochter auf die unzähligen Anwendungsmöglichkeiten der modernen IT-Mitteln aufmerksam gemacht (Du kannst den Fahrplan nachschlagen, Film im Internet anschauen, googeln etc.).

Für alle im aktiven Berufsleben Stehenden sind diese Applikationen eine Selbstverständlichkeit. Ob es auch für die ältere Generation im Alterszentrum der Fall ist, bleibe dahingestellt. Meistens haben sich diese Personen frühzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeklinkt, weil sie zu der immer wichtig werdenden Computerwelt keinen Zugang gefunden haben oder sich nicht mehr in diese Materie einarbeiten wollten. Für diese Personen haben die Verantwortlichen des LINDENHOFS diese Kurse auf die Beine gestellt, in der Absicht, den Bewohnern einen erneuten Einstieg in die digitale Welt zu ermöglichen; dies in der Absicht eines Brückenschlages. Bis jetzt wurde diese Möglichkeit kaum genutzt und die gute Absicht war von wenig Erfolg gekrönt, wenn man einmal vom regen Zulauf externer Interessenten absieht.

Tag des offenen Notebooks am 14. Januar 2016

Deshalb ist die Idee entstanden, mit einem Tag des offenen Notebooks erneut an diesen Personenkreis zu gelangen und die Bewohner und Bewohnerinnen zu motivieren, an der Computeria teilzunehmen. An 9 LapTops wurden die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten vorgestellt. Mit auf dem Desktop eingefügten Symbolen (Icons) konnten verschiedene Applikationen gestartet werden.

Folgende Themen wurden angesprochen und näher umschrieben:

  • Wirksame Briefe für jede Situation verfassen
  • Im Internet finden Sie schlicht alles
  • Die verrücktesten Rezepte von Wildeisen bis Betty Bossi
  • Die Webcam zeigt das jeweilige Wetter vor Ort
  • Fahrpläne konsultieren, Reisen planen
  • Google Earth und Karten mit hoher Auflösung auf dem ganzen Planeten
  • Musik hören und Filme im Internet anschauen
  • Spiele und Rätsel lösen als Gedächtnistraining
  • Verschiedene Zeitungen auf dem Computer lesen

Mit diesen Themen wurde beabsichtigt, die Bewohnerinnen und Bewohner auf die Computerwelt „gluschtig“ zu machen.

Bei verschiedenen Gesprächsanlässen im Vorfeld wurden die Bewohnerinnen und Bewohner vom Aktivierungspersonal auf diese Präsentation aufmerksam gemacht.Termin und Ort wurden auch so gewählt, dass die Besucher des vorgängig gezeigten Films anschliessend im Foyer die Ausstellung besuchen konnten. Leider hat davon niemand Gebrauch gemacht. Im Verlaufe des Tages haben sich aber dennoch einige Interessierte eingefunden, sei es, um ihre Lieblingsmusik zu hören oder einen Film anzuschauen oder gar eine wichtige Botschaft oder einen Artikel aus dem Internet zu lesen. Trotz der spärlichen Besuche hat dieser Anlass einigen Bewohnerinnen und Bewohnern viel Freude bereitet und sogar bei einer Bewohnerin basses Erstaunen über die vielen Anwendungsmöglichkeiten ihres iPads ausgelöst.

Ist das Projekt gescheitert?

Diese Schlussfolgerung ist ein Trugschluss, und zwar aus folgenden Überlegungen:

  • Wenn sich im Moment auch nur wenige Interessenten aus dem LINDENHOF und dem nahen Umfeld teilnehmen, darf doch festgestellt werden, dass die Computeria von den externen Interessenten rege und regelmässig besucht wird. Auch die Neuausrichtung mit der zusätzlichen Individualbetreuung im Foyer ist sehr positiv aufgenommen worden und motiviert, das Projekt weiterzuführen.
  • In der Vermittlung der Anwendungsmöglichkeiten konnte der Kursleiter, Herr Bleeck, wertvolle Erfahrungen sammeln, wie die Kurse didaktisch und methodisch zu gestalten sind und worauf bei der Vermittlung dieser Fertigkeiten bei Senioren zu achten ist.
  • Es darf davon ausgegangen werden, dass in naher Zukunft jene Generation in den LINDENHOF eintritt, die mit der Computerwelt vertraut ist und ihr Wissen und die Fertigkeiten bei der Anwendung vertiefen möchte. Zu jenem Zeitpunkt verfügen Senioren über mehr Zeit und Musse, sich in Probleme zu vertiefen, die ihnen während ihres Arbeitsprozesses in Ermangelung an Zeit verwehrt waren. Die Kurse werden auch dazu beitragen, die Senioren geistig fit und flexibel zu halten. Dieser positive Aspekt der ständigen Weiterbildung wird von den Senioren auch erkannt. Dass ein Angebot dieser Art auch hilfreich sein kann, den Tagesablauf zu strukturieren, ist ebenfalls eine Tatsache.

Welcher Weg soll zukünftig eingeschlagen werden und was ist zu verbessern?

  • Grundsätzlich ist der eingeschlagene Weg mit dem aufgezeigten Angebot weiter zu verfolgen.
  • Positive und negative Erfahrungen sollen festgehalten werden und dazu dienen, das Projekt Kunden bezogen auszugestalten (bezieht sich auf die Bewohner des LINDENHOFS).
  • Die Entwicklung (Interesse an der Computeria LINDENHOF) der Zahl externer Kunden ist aufmerksam zu verfolgen. Es wurde bereits erwogen, dass diese sich mit einem Obulus an den Infrastrukturkosten beteiligen sollen. Selbst aus dem Kreis der Teilnehmer ist mehrmals signalisiert worden, einen Beitrag zu entrichten, da ein hoher Nutzen und ein enormes Engagement des Kursleiters genannt werden. Schon aus der Überlegung heraus, dass der Lindenhof dieses Angebot für Externe aufrecht erhält, soll mit einem vernünftigen Beitrag abgegolten werden, da für den LINDENHOF auch Kosten generiert werden. Und diese Kosten dürfen unter keinen Umständen auf die Bewohner überwälzt werden.
  • Das Angebot der Computeria ist für die internen Bewohnerinnen und Bewohner des Lindenhofs verstärkt zu propagieren. Deshalb sollen die Termine für die offiziellen Kurse und die inoffiziellen unstrukturierten Treffen im Foyer zukünftig im internen Veranstaltungskalender aufgeführt werden.
  • Weiterhin soll das Angebot von Zeit zu Zeit überprüft werden. Deshalb ist auch der Gedankenaustausch zwischen Geschäftsleitung / Geschäftsführer, der Verantwortlichen für die Freiwilligenarbeit, dem Kursleiter und dem Projektverantwortlichen ständig zu pflegen.

Für den Bericht:

Heinz Senn